Restaurierung

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Falls Sie in Traunstein oder in der Nähe wohnen, könnten Sie im Pfarramt St. Oswald, Maxplatz 8, die Dokumentation von Restauratorin Mühlbauer selbst einsehen. Telefon 0861 - 90 94 90 2 - 0

 weitere Fotos der Madonna folgen...

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 Traunsteiner Madonna nach der Restaurierung an ihrem Nischenaltar in St. Georg und KatharinaTraunsteiner Madonna vor der Restaurierung an ihrem Nischenaltar in St. Georg und Katharina

 

 

 

 

 

 

 

 

 Anno 2009 Beginn des Restaurierungsprojektes

 

Jahrzehntelang verbrachte das Traunsteiner Gnadenbild unbeachtet, verstaubt und schließlich mit verschlissenem Kleide auf ihrem Gnadenaltar im durchgehend zugesperrten Kirchlein St. Georg und Katharina, bis sie einer Traunsteinerin auffiel. Daraufhin recherchierte diese und erstellte mangels Interesse des Eigentümers, nämlich der katholischen Pfarrei St. Oswald/Stadtkirche Traunstein, in Privatinitiative eine Webseite für die Madonna. Der erste Internetauftritt ging am 9. Juli 2008 online (im September 2016 offline; nach einer einfach gestalteten Zwischenlösung seit 8. Dezember 2016 nun die aktuelle Webseite). Die Freude an dem marianischen Kleinod und das Erstaunen über deren bemerkenswerte Geschichte veranlassten die Webmasterin die Webseite dem Kunstreferat des Ordinariates in München anzuempfehlen. So entstand das Projekt "Restaurierung Traunsteiner Gnadenbild" unter der Leitung von Dr. Hans Rohrmann, dem Abteilungsleiter für Kirchliche Kunstpflege im Ordinariat der Erzdiözese München-Freising.

 

2009 - 28. Januar 2016 Gnadenaltar vakant
wegen Restaurierungsmaßnahme

 

Gnadenaltar ohne Madonna während ihrer Abwesenheit

 

Abfolge der Restaurierung

2008 Publikation der Bedeutung der Gnadenmadonna durch das Gründungsmitglied des Verehrerkreises der Traunsteiner Madonna.

Initiierung einer Untersuchung mit anschließend geplanter Restaurierung: Altersbestimmung mittels Radiokarbonmethode/ C-14-Analyse: Gnadenbild stammt im Kern aus der Hochgotik und hat zwei Brände unbeschadet mit- bzw. überlebt.

2009 verbrachte man das Gnadenbild in die Werkstatt Pilhofer in Traunstein; ein Zwischenbericht erfolgte im Juli 2010 und ein Bericht zur Teilmaßnahme im Dezember 2012.

Von Februar 2013 - März 2014 wurde die Traunsteiner Gnadenmadonna im Diözesanmuseum Freising aufbewahrt. Die angedachte Ausstellung "Kultbilder", deren Mittelpunkt das Traunsteiner Gnadenbild bilden sollte, fiel infolge einer größeren, bis heute andauernden Baumaßnahme im Diözesanmuseum aus, wird jedoch hoffentlich noch nachgeholt werden.

Im März 2014 Transport in die Werkstatt des Diözesandepots in Neumarkt-St. Veit, wo schließlich im Oktober 2014 ein Ortstermin mit Restauratorin Mühlbauer, dem Projektleiter, dem Bay. Landesamt für Denkmalpflege, einer Textilrestauratorin und einem Metallbearbeiter (für die beiden Krönchen) stattfand. Untersuchung und Restaurierung der Madonna bis 2015

 

Die Restaurierung umfasste:

Behutsame Reinigung der Korpora von Mutter und Kind aus der Hochgotik und der beiden barocken Köpfe *

Restaurierung von Kleid und Friedensmantel von ca. 1916/17

Anfertigung eines neuen Kleides mit Mantel nach einer alten Vorlage (Kupferstich um 1824)

Reinigung von Krönchen und Zepter; Weltkugel neu

Anfertigung zweier neuer Perücken

Restaurierung der Altarnische des Gnadenaltares (letzte Januarwoche 2016)


* Dazu mailte uns Projektleiter Dr. Rohrmann Ende Oktober 2011:

... Wir haben im hölzernen Kern der Muttergottesfigur jetzt einen mittelalterlichen, hochgotischen (Hochgotik , Blütezeit der Gotik, von ca. 1250 bis ca. 1400) Kern nachgewiesen. Und auch die Horizonte der Brände, welche die Figur nicht nur legendär, sondern auch real miterlebt und überlebt hat, konnten wir feststellen. In späterer Zeit wurde das Gnadenbild dann mehrfach überarbeitet, wobei sie seit der Barockzeit (etwa 1575 bis 1770) bekleidet und mit Perücke ausgestattet war. Unbekleidet kann man sie seither nicht mehr zeigen. Die Figur ist für uns ein sehr geschätztes, hoch ehrwürdiges Gnadenbild, an dem wir sehr sorgsam, ohne große Eingriffe vorgehen. Der Bestand wird bei einem solchen Gnadenbild gereinigt, konserviert, gepflegt, die entstellten Bereiche retuschiert, mehr nicht. Einzig die Bekleidung werden wir erneuern in einer Weise, die dem verehrten Gnadenbild gerecht wird. Das alte, verschlissene und farblich stark verschossene Mäntelchen von um 1918 wird aber als Tauschgewand weiter aufbewahrt. ...

pfeil

 

Passend zur Einkleidung mit dem neuen Kleid wurde schließlich auch die Fassung (= vergolden oder farbig fassen) des ergänzten Reichsapfels durch Restauratorin Mühlbauer abgeschlossen. Das alte Kleid mit Friedensmantel von ca. 1918 (sh. Beitrag Festkleider) wurde erfreulicherweise restauriert und kann nun zum Wechseln dienen, wie das zu den verschiedenen Marienfesten im Jahreskreis üblich ist. Natürlich lässt dies H. H. Stadtpfarrer Lindl nicht zu. Mutter und Kind erhielten neue Perücken jeweils in unterschiedlichem Farbton. Mittelblondes, leicht gelocktes, langes Haar umschmeichelt das  freundliche, sanft lächelnde Gesicht der Madonna, während das Haar des Jesuskindeleins einen hellblonden Farbton erhielt, den man nur selten bei Gnadenbildern sieht.

 

 

Rückkehr
des Traunsteiner Gnadenbildes

 

Am Donnerstag, dem 28. Januar 2016

wurde gegen 15 Uhr die restaurierte und umgestaltete Altarnische wieder eingesetzt. Danach verbrachte die Altar-Restauratorin Fr. Lehnart das Traunsteiner Gnadenbild nach 7 Jahren Abwesenheit wieder zurück auf seinen Gnadenaltar. Leider konnte dieser historische Moment nicht fotografisch dokumentiert werden, denn ein Mitarbeiter der Pfarrei St. Oswald verhinderte dies durch Anwendung physischer Gewalt.
Am Fest Maria Lichtmess, also am 2. Februar, war dann die offizielle "Begrüßung" durch H. H. Stadtpfarrer Lindl: Der Kirchenchor sang kein Marienlied, der Frauenbund hatte nicht für Blumenschmuck und ein Altartuch gesorgt, die Prozession führte vom Gnadenbilde weg, statt zu ihm hin. Es waren ansonsten nur ca. 10 Interessierte anwesend - kein Wunder, da die Pfarrei St. Oswald nicht einmal den Anstand hatte, die Rückkehr der Traunsteiner Muttergottes im Pfarrbrief oder in der Zeitung bekannt zu geben. 

 

Die folgenden Fotos zeigen:

Aufgemalter Strahlenkranz ersetzt den geschnitzten von ca. 1916.
Der Sockel, auf dem die Madonna steht, wurde farblich aufgefrischt.
Der Altarnischenrahmen gereinigt und vergoldet.
Die neu gestaltete Altarnische kurz nach der Fertigstellung: Aufgemalter Strahlenkranz mit Wölkchen rund um den Sockel, auf denen das Gnadenbild sozusagen schweben wird.
Zwei neue Maibuschen, die die geschnitzten ersetzen.

 

strahlenkranz sockel rahmen nische maibuschen
 

 

Bekanntermaßen rühmt sich Kirchenpfleger Huber dafür, dass er die vom Ordinariat angebotene komplette Innenraumrenovierung (inkl. Altäre) ablehnte. Die einzige Erklärung für diese Fehlentscheidung kann nur die für die Zukunft vermutete Entwidmung des Kirchleins sein, um daraus Pacht zu erzielen.

 

Im Beitrag Festkleider informieren wir Sie über die denkwürdigen Umstände, die zum Design des neuen Festkleides mit Mäntelchen führten.

 Fortsetzung folgt...

pfeil

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